Kalibrierprozesse beziehen sich auf die Rückführbarkeit zu Normalen, jene präzisen Bezugswerte, die als Grundlage aller Berechnungen dienen.
Festgelegte Arbeitsabläufe bilden die Grundlage einer jeden Kalibrierung.
Grundsätzlich wird zwischen Vergleich (Kalibrierung) und Einstellung (Justage) unterschieden.
Bei der Kalibrierung werden Messwerte verglichen und die Differenz als Abweichung dokumentiert.
Wird ein Wert vorgegeben und das Gerät (UUT = Unit Under Test) mit den herstellerseitigen Möglichkeiten auf den Vorgabewert korrigiert, handelt es sich um eine Kalibrierung mit Justage.
Die oftmals fälschliche Angabe der „Eichung“ bezieht sich hingegen auf den hoheitlich geregelten Prozess der amtlich nachweisbaren Feststellung der Genauigkeit und beinhaltet keineswegs zwingend eine Justage.
Kenntnisse über für Außenstehende „alt“ wirkende Geräte sind oft eine wahre Goldgrube für messtechnische Qualifikationen im Umgang mit physikalischen Größen.
Die in der Neuzeit praktizierte Form der „Software-Schönrechnung“ (digitale Korrektur) hat Nachteile, die bei der Kalibriertechnik als Hinweis und Grundlage bedacht werden sollten.